Freiwillige Feuerwehr Großerkmannsdorf

Große C-Einsatzübung aller ABC-Komponenten des LK Bautzen

Große C-Einsatzübung aller ABC-Komponenten des LK Bautzen

Anmarsch der ATF  ErkWs des ABC-ErkZ LK Bautzen

Am 14.09.2019 fand unsere Jahresübung an der Landesfeuerwehrschule in Nardt statt.
Hier war eine C-Lage als Szenario für uns vorbereitet worden. Aus der Ferne ließ sich bereits erkennen,
dass ein PKW mit einem Kesselwagen kollidiert war. Zur Lageerkundung wurde ein Trupp von unserem Erkundungswagen
mit Körperschutz Form 2 (leichter Chemikalienschutzanzug mit umluftunabhängigem Atemschutz) ausgerüstet.
Es wurden als Messgeräte der PID (Photoionisationsdetektor) und das Dräger Xam-2500 (verschiedene Sensoren,
hauptsächlich zum überwachen des Explosionsbereiches), sowie die ABC-Erkundungstafel vorgenommen. Mit dieser ist es
den Einsatzkräften möglich, systematisch alle wichtigen Informationen an die Einsatzleitung über Funk zu kommunizieren.
Durch einen nummerierten „Fragebogen“ kann nichts vergessen und Daten auf geordnetem Wege übertragen werden.
So wurden detaillierte Informationen zum Kesselwagen aber auch Messergebnisse an unseren Gruppenführer übermittelt.
Der austretende Stoff konnte als UN1791 - Hypochloritlösung identifiziert werden. Neben dem beschädigten Kesselwagen
wurde auch der PKW erkundet. Im späteren Einsatzverlauf wurden wir dabei durch einen weiteren Trupp vom Erkundungswagen
Kirschau unterstützt.

Übungsszenario  Fernerkundungssystem

Neben Prüfröhrchen kam ein weiterer PID zum Einsatz. Es konnte ein geringer Austritt eines weiteren Gefahrstoffes im PKW
festgestellt werden. Nach Abschluss dieser Arbeiten verließen beide Trupps den Gefahrenbereich über den Dekontaminationsplatz.

Dieser wurde durch den Gefahrgutzug Bautzen 1 (Wilthen und Medingen) aufgebaut und betrieben.
Durch die Gefahrgutzüge Bautzen 1 und 2 wurde der weitere Austritt von Hypochloridlösung durch entsprechende
Abdichtmaßnahmen (Leckdichtkissen) unterbunden. Außerdem wurde der Gefahrstoff aus dem defekten Kesselwagen in ein
intaktes Fahrzeug umgepumpt. Dafür kamen entsprechende Gefahrgutschlauchpumpen (GUP) zum Einsatz.

Nach dem Eintreffen der ATF (Analytische Task Force) sendete diese einen erweiterten Trupp (gemischt aus ATF und FF Frankenthal)
zum PKW aus. Dieser sollte Proben nehmen, um einen radioaktiven Stoffaustritt auszuschließen. Auch dieser verließ anschließend den
Gefahrenbereich über den Dekontaminationsplatz. Nach Ausschluss dieser Gefahr wurde ein letzter erweiterter Trupp (gemischt aus ATF
und FF Großerkmannsdorf) damit beauftragt, aus einem bestimmten Gefäß eine C08-Flüssigrobe zu nehmen. Diese besteht aus zwei
mal 100 ml Probe (Haupt- und Rückstellprobe umwickelt mit Alufolie, verpackt mit Probenbegleitschein in einer Plastiktüte),
einer pH- und einer Temperaturmessung. Danach zog auch dieser Trupp sich zurück und die Proben wurden übergeben.

Die Beräumung des verunfallten PKW übernahmen beide Gefahrgutzüge mit entsprechendem Gerät.

Vorbereitung einer Probenahme  Kameraden der verschiedenen Standorte arbeiten zusammen

Nach einer abschließenden Auswertung und einer kleinen Stärkung traten alle Komponenten den Heimweg an.
Ein Szenario, wie es an diesem Tag geübt wurde, stellt im Landkreis Bautzen eine Lage größeren Umfangs dar. Wäre dies ein
Realereigniss, würde das Alarmstichwort ABC3 lauten. Dies ist das höchste Stichwort, welches durch die Leitstelle Ostsachsen
ausgelöst werden kann. So werden alle im Landkreis Bautzen zur Verfügung stehenden ABC-Komponenten alarmiert.

An der Übung beteiligt waren der Erkundungszug, die Gefahrgutzüge 1 und 2 sowie die Analytische Task Force aus Leipzig.
Insgesamt waren mehr als 20 Fahrzeuge beteiligt:
Erkundungszug bestehend aus dem Erkw aus Kirschau-Rodewitz, dem Erkw mit Zugführer aus Frankenthal sowie der Erkw aus Großerkmannsdorf.
GGZ Bautzen 1, bestehend aus KdoW mit Zugführer aus Bautzen, HLF 20 aus Cunewalde, LF 10 aus Wachau, Dekon-LKW-P aus Wilthen,
GW-L1-P aus Medingen sowie dem GW-G aus Bautzen.

GGZ Bautzen 2 bestehend aus KdoW mit Zugführer aus Schmorkau, LF KatS aus Lauta, LF KatS, Dekon-LKW-P aus Hoyerswerda sowie dem
GW-G aus Hoyerswerda.
ATF Leipzig bestehend aus MLW, GW-Messtechnik, ErkW sowie KdoW.
Auch der Leiter ATF/Zugführer und Fachberater waren an der Übung beteiligt.
Außerdem unterstützen uns der ELW 2 des LK Bautzen
aus Bautzen/Ofw Stiebitz, zwei Kreisbrandmeister (KBM) und ein Fachberater Gefahrgut des Landkreis Bautzen.

Wir bedanken uns bei den Organisatoren für die Übungsdurchführung.

Dekonplatz  Insgesamt waren mehr als 20 Fahrzeuge an der Übung beteiligt

Alle Bilder der Einsatzübung findet ihr hier.

                                                                                                                                                  Bericht: Ch. Lüderitz / Bilder: M. Linnow